Werbeveranstaltung der Deutsche Wohnen SE im Rathaus Charlottenburg-Wilmersdorf – NEIN DANKE! đź—“

Von thomas

Am 14.11.2019 findet eine Veranstaltung des Immobilienkonzerns Deutsche Wohnen SE (DW) im Rathaus Charlottenburg-Wilmersdorf statt. Auf sogenannten Dialog-Foren sollen Immobilienexperten aus Politik und Immobilienwirtschaft mit der Deutsche Wohnen SE über „gemeinsame Lösungsansätze für nachbarschaftliches, faires und nachhaltiges Wohnen‟ diskutieren.

Verstößt die Deutsche Wohnen SE gegen die Mietpreisbremse?

Neben der aktuellen Strafe in Höhe von 14,5 Millionen Euro wegen Verstoßes gegen die Datenschutzbestimmungen durch unrechtmäßige Speicherung von sensiblen Mieter*innen-Daten ist der Konzern dem Berliner Mieterverein wegen mutmaßlicher Verstöße gegen die Mietpreisbremse aufgefallen.

Nach einer Analyse des Berliner Mietervereins liegt die durchschnittliche Nettokaltmiete bei Neuvermietungen bei 9,82 €/qm. Da die durchschnittliche Gesamtmiete nach Angaben des Konzerns 6,70€/qm beträgt, liegt die Vermutung nahe, dass der Konzern gegen die 10%-ige Steigerungsgrenze der Miethöhe bei Neuabschluss von Mietverträgen verstößt, demnach die gesetzliche Mietptreisbremse missachtet.

Vernachlässigung der Instandhaltung – Missbrauch der Modernisierung?

Bei einem Vergleich des durchschnittlichen Instandsetzungs- und Modernisierungsaufwands zwischen der Deutsche Wohnen SE und den Städtischen Wohnungsbaugesellschaften ergibt sich für die letzten fünf Jahre: Die Deutsche Wohnen SE hat wesentlich weniger Geld für Instandsetzung, dafür aber wesentlich mehr Geld pro Quadratmeter für Modernisierung aufgewendet:

Instandsetzungsaufwand (2017):

DW – 10,52 €/qm i.G.z.

Städtische Wohnungsbaugesellschaften – 16,90 €/qm

Modernisierungsaufwand (2017):

DW – 22,85€/qm i.G.z.

Städtische Wohnungsbaugesellschaften – 7,68 €/qm

Nachzulesen in der Drucksache 18/17 662 Abgeordnetenhaus BERLIN Anwort der Senatsverwaltung fĂĽr Stadtentwicklung und Wohnen auf eine schriftliche Anfrage der Abgeordneten Gaby Gottwald (LINKE) und Harald Gindra (LINKE) vom 25.01.2019.

Man könnte vermuten, dass die DW die Instandsetzung vernachlässigt und in Modernisierungen investiert, da deren Kosten über Mietsteigerungen auf die Mieter umgelegt werden können.

Was also sucht die Deutsche Wohnen SE im Rathaus Charlottenburg-Wilmersdorf?

Zunächst fällt auf: Mieter*innen und ihre Vertreter*innen sind auf den DialogForen nicht bzw. nur in einem von vier Foren mit einer Vertreterin präsent. Damit liegt nahe, dass es der DW nicht um ein gleichberechtigtes Gespräch über „gemeinsame Lösungsansätze‟ mit potentiell kritischen Mieter*innen geht, sondern eher die Nähe zur Politik und Wirtschaft gesucht wird, deren Vertreter*innen in größerer Zahl zu den Dialogen zur Diskussion geladen sind.

Eine Diskussion auf Augenhöhe zwischen Mieter*innen und Deutsche Wohnen SE sieht anders aus!

Als Mieter*innen-Initiativen wundern wir uns nicht, dass die DW angesichts der Debatte über den Mietendeckel und der Forderung nach Enteignung und Vergesellschaftung eine Werbekampagne startet. Allerdings überrascht uns, dass das Bezirksamt die Türe des Rathauses dafür öffnet.

Wir fordern das Bezirksamt und insbesondere Herrn BĂĽrgermeister Naumann und den stellvertretenden BĂĽrgermeister Herrn Herz auf:

UnterstĂĽtzen Sie keine weiteren Werbekampagnen der Immobilienlobby!

Ihre Mieter*innen-Initiativen in Charlottenburg-Wilmersdorf

www.mieterinitiativen-chawi.de

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