Housing for all, voting rights for all, right to the city for all! 🗓 🗺

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On April 26 2021, the Berlin State Election Office announced the latest statistics regarding the Deutsche Wohnen & Co Enteignen (DWE) campaign for a referendum on fair rents. 130,000 signatures were received. Almost half of these – 50,862 – have been analysed, and 75.2% of these were confirmed to be valid. Over half of the signatures which the State Election Office deemed invalid were disqualified because they do not have the required German citizenship.

Does this sound a lot to you? That’s because more than 22% of the people living in Berlin do not have a German passport. We are some of those many Berliners! However, our signatures are considered invalid. This is true for our support of the DWE campaign or, for that matter, in support of any petition held in the city. That is because Berliners without a German passport, who often face the worst conditions in Berlin’s housing market, have no voting rights. We are denied a say over a campaign that could drastically improve our situation.

On the other hand, we are often told that we are the ones gentrifying the city, occupying the small amount of housing that’s available and so on. This accusation is not only a distortion of reality, it also does us an injustice. The reality is that companies like Deutsche Wohnen, Akelius, Vonovia, Heimstaden and more are the real culprits!

The reality is that, although it is already difficult for Berliners to find an affordable place to live with fair conditions, it is even more difficult for us, Berliners with immigration histories. We suffer discrimination because of our names, our appearances, our faiths, the colors of our skin and even our incomes – let’s not forget that we are paid on average 18% less than those with German citizenship, even when we have the same qualifications!

Since almost a quarter of Berliners do not have German citizenship, it is only natural that the numbers of invalid signatures due to lack of German citizenship will be equivalent. What is not natural? That people, for whom Berlin is the central point of their lives, are excluded from democratic participation at the municipal level. This
situation is scandalous: lack of housing PLUS lack of democratic participation! But both can be changed!

Expropriation is one way to change this situation. This campaign represents the first opportunity we have had, in decades, to successfully organize around an array of connected issues that affect the quality of our daily lives: housing for all, voting rights for all, a right to the city for all! That’s why we are organized in the DWE campaign, in the AG Right to the City for All and in Kiezteams. We have been collecting signatures, building coalitions, making phone calls, knocking on doors, going to demos, going to endless meetings… But still we need to keep in mind that until the Berliner voting law is changed, all future referendums will not only lack our voices, it will invalidate them. How long are we OK with co-building movements from zero, applying our energy, our political views, our spare time, and, in the end, have no actual equal say? How many signatures will important referendums like Berliner Wasserbetrieben, Rekommunalisierung der Berliner Energieversorgung, Volksentscheid zum Tempelhofer Feld, or the upcoming Volksentscheid Autofreie Berlin lose from ¼ of Berliners remaining invalid?

The struggle for better housing, for a better city and for voting rights needs us. We must create the Berlin that we want for everyone. We call on politicians on a local and national level to make voting laws more democratic. We want to know: How long will democratic institutions like unions and political parties be OK with the fact that one in every four Berliners can’t vote? How many voters do parties like Die Linke, Grüne and SPD think they can afford to lose?

We can change this city for the better. Despite all the flaws of representative democracy, we believe that every Berliner should have the right to be heard in every level of our city’s politics! This campaign is a great chance – for Berliners with or without a German passport – to rewrite the city’s history, fight real estate speculation, discrimination, isolation, evictions and extortionate rents – but also
to push for change in the voting laws. Because enough is enough and we demand full participation!
Housing for all, voting rights for all, right to the city for all!

🗣 For translations into DE/IT/FR/PT/TR see FB event:
https://fb.me/e/1eiXXtjSy

📣 WHAT: DWE RALLY – Housing for all, voting rights for all, right to the city for all!
WHEN: Saturday 29th May, 15:30-19:00
⛳️ WHERE: Tempelhofer Feld, Neukölln side, entrance Herrfurthstr.

Wohnraum für alle, Wahlrecht für alle, Recht auf Stadt für alle!
Ein Aufruf der AG Right to the City for All für die Demo am 29. Mai um 15:30 am Tempelhofer Feld
Am 26. April 2021 hat die Berliner Landeswahlleiterin die neusten Unterschriftenzahlen zum Volksbegehren Deutsche Wohnen & Co enteignen (DWE) veröffentlicht. Insgesamt wurden 130.000 Unterschriften eingereicht. Knapp die Hälfte – 50.862 – wurde untersucht und dabei 75,2% für gültig erklärt. Mehr als die Hälfte der Unterschriften, die die Landeswahlleiterin für ungültig erklärt hat, wurden wegen fehlender deutscher Staatsangehörigkeit ausgeschlossen.

Hört sich das für dich nach viel an? Das liegt daran, dass mehr als 22% der Menschen, die in Berlin leben, keinen deutschen Pass haben. Wir sind einige dieser vielen Berliner:innen! Unsere Unterschriften werden als ungültig angesehen. Das gilt nicht nur bei unserer Unterstützung der DWE-Kampagne, sondern für alle offiziellen Volksbegehren in der Stadt. Dabei sind es gerade wir Berliner ohne deutschen Pass, die oft die schlimmsten Auswirkungen der Zustände auf Berlins Wohnungsmarkt auszubaden haben. Trotzdem haben wir kein Wahlrecht. Wir sollen keine Stimme bei einer Kampagne haben, die unsere Situation drastisch verbessern könnte.

Auf der anderen Seite hören wir oft, dass wir es wären, die die Stadt gentrifizieren und den Wohnraum noch weiter verknappen etc. Diese Anschuldigungen sind eine Verzerrung der Wirklichkeit und ungerecht gegen uns. Die Wahrheit ist: Unternehmen wie Deutsche Wohnen, Akelius, Vonovia, Heimstaden und andere sind die eigentlichen Schuldigen! Die Wahrheit ist: Obwohl es für alle Berliner:innen schierig ist, bezahlbaren Wohnraum zu fairen Bedingungen zu finden, ist es für uns Berliner:innen mit Migrationsgeschichte noch schwieriger. Wir werden aufgrund unserer Namen, Aussehen, Glauben, Hautfarbe oder selbst unseres Einkommens wegen diskriminiert. Vergessen wir nicht, dass wir durchschnittlich 18% weniger verdienen als Leute mit deutscher Staatsangehörigkeit, selbst wenn wir gleich qualifiziert sind!

Wenn fast ein Viertel der Berliner:innen keine deutsche Staatsangehörigkeit haben liegt es auf der Hand, dass der Anteil der deshalb ungültigen Unterschriften ähnlich hoch ist. Was liegt nicht auf der Hand? Das Leute, für die Berlin der Lebensmittelpunkt ist, von demokratischer Beteiligung auf Landesebene ausgeschlossen werden. Diese Situation ist ein Skandal: Mangel an Wohnraum PLUS Mangel an demokratischer Teilhabe! Doch beides kann sich ändern!

Enteignung ist ein Weg, die Situation zu ändern. Die Kampagne ist seit Jahrzehnten unsere erste Möglichkeit, uns erfolgreich zu einem ganzen Bündel miteinander verbundener Themen zu organisieren,
die alle unser Alltagsleben bestimmen: Wohnraum für alle, Wahlrecht für alle, Recht auf Stadt für alle!

Darum sind wir in der DWE-Kampagne organisiert, in der AG Right to the City for All und in den Kiezteams. Wir haben Unterschriften gesammelt, Bündnisse geschlossen, viel telefoniert, an Türen geklopft, sind auf Demos und manchmal auf endlose Treffen gegangen. Trotzdem dürfen wir nicht vergessen, dass in allen
zukünftigen Volksentscheiden unsere Stimme nicht nur nicht gezählt wird, sondern sie ungültig gemacht wird, solange das Berliner Wahlrecht nicht geändert wird. Wie lange akzeptieren wir es, Bewegungen von Grund auf mit aufzubauen, unsere Energie, unsere politischen Perspektiven, unsere Freizeit einzubringen, nur um am Ende nicht wirklich mitbestimmen zu dürfen? Wieviele Unterschriften werden wichtige Volksentscheide wie die zu den Berliner Wasserbetrieben, der Rekommunalisierung der Berliner
Energieversorgung, dem Volksentscheid zum Tempelhofer Feld oder der kommende Volksentscheid Autofreies Berlin verlieren, wenn weiterhin ein Viertel der Berliner:innen nicht unterschreiben darf?

Der Kampf für besseren Wohnraum, für eine bessere Stadt und ein besseres Wahlrecht braucht uns. Wir müssen das Berlin für alle schaffen. Wir fordern von der Politik, auf Landes- und Bundesebene, das Wahlrecht demokratischer zu gestalten. Wir wollen wissen: Wie lang werden demokratische Institutionen wie Gewerkschaften und politische Parteien den Fakt hinnehmen, dass jede:r vierte Berliner:in nicht wählen darf? Auf wieviele Wählende glauben Parteien wie Die Linke, Gründ und SPD verzichten zu können?

Wir können die Stadt zum Guten verändern. Trotz all der Probleme mit der repräsentativen Demokratie glauben wir daran, dass jede:r Berliner:in das Recht haben muss, auf allen Ebenen unserer Stadtpolitik gehört zu werden! Diese Kampagne ist eine großartige Chance, für Berliner:innen mit und ohne deutschen Pass, die Stadtgeschichte zu verändern, Immobilienspekulation, Diskriminierung, Isolation, Zwangsräumen und erpresserische Mieten zu bekämpfen und darüber hinaus Druck für Veränderungen im Wahlrecht zu machen! Denn es ist schon lange genug! Wir fordern volle Beteiligung!
Wohnraum für alle! Wahlrecht für alle! Recht auf Stadt für alle!

🗣 Für Übersetzungen in EN/IT/FR/PT/TR siehe FB-Event: https://fb.me/e/1eiXXtjSy

📣 WAS: DWE Kundgebung Wahlrecht, Wohnraum, Recht auf Stadt für alle!
WANN: Samstag, 29.5., 15:30-19:00
⛳️ WO: Tempelhofer Feld, Neuköllner Seite, Eingang Herrfurthstr.



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