Deutsche Wohnen – mehr Aktiengesellschaft als Wohnungsunternehmen

  • Beitrags-Autor:
You are currently viewing Deutsche Wohnen – mehr Aktiengesellschaft als Wohnungsunternehmen
Quelle: https://bit.ly/3zpgAib

Die Deutsche Wohnen ist der größte Player auf dem Berliner Mietmarkt, und der zweitgrößte in Deutschland. Für viele ist sie der Inbegriff von dem, was in der Wohnungspolitik gerade schiefgeht.

In Folge 2 unseres Podcasts „Von Menschen und Mieten“ sprechen wir mit Politik-Ökonom Philipp Metzger und Mieterin Ingrid Hoffmann über Mieterhöhungen, verschleppte Sanierungen und den Finanzmarkt – und warum eine Vergesellschaftung nötig ist.

Warum gefährden Wohnungskonzerne eine faire und nachhaltige Wohnungspolitik?

Ingrid Hoffmann ist Mieterin einer Wohnung der Deutschen Wohnen und ist überzeugt:

„Das Wohnen ist nur Mittel zum Zweck und der Zweck ist, Rendite für die Aktionäre zu erzielen“.

Ingrid Hoffmann, Mieterin bei Deutsche Wohnen.

Dieser Eindruck lässt sich auch wissenschaftlich bestätigen: Philipp Metzger erklärt im Podcast, dass es sich bei der Deutschen Wohnen um ein Aktienunternehmen handelt, was früher mal ein Private Equity Fonds der Deutschen Bank war, woher auch der Name „Deutsche Wohnen“ stammt. Seit 1998 existiert das Unternehmen und wurde schnell an die Börse gebracht. Heute ist es ein Aktienunternehmen, welches besonders stark auf Berlin fokussiert ist. Etwa 12% des gesamten Wohnungsbestands in Berlin gehört Immobilienriesen, das heißt: Konzernen wie Deutsche Wohnen, Vonovia, Akelius, Accentro usw. 

Aber warum ist das problematisch? Ingrid ist eine von tausenden Bewohner:innen, deren Wohnungen, während vergangener Privatisierungswellen an große Wohnungskonzerne verkauft wurden. Sie erzählt im Podcast von ihrer ausgefallen Heizung, steigenden Betriebskosten und nicht mehr erreichbaren Hausmeister:innen.

Die Deutsche Wohnen hat es mit ihrem Geschäftsmodell in den DAX geschafft. Doch wenn die einen gewinnen, verlieren die anderen: “Überall wird gebaut, aber niemand findet eine bezahlbare Wohnung. Die Mietpreise haben sich verdoppelt, aber meine Rente hält da nicht mit!“

Mehr zu den Geschäftspraktiken des Aktienunternehmens Deutsche Wohnen könnt ihr in Folge 2 des Kampagnenpodcasts Von Menschen und Mieten nachhören.