„Die entstandenen Kosten werden die Mieter:innen zahlen müssen.“

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Mieter:innen-Initiative kritisiert erneute Fusions-Pläne von Vonovia und Deutsche Wohnen

Berlin, 03.08.21
Der erneute Versuch einer Fusion von Vonovia und Deutsche Wohnen ändert für die Initiative „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ zunächst nichts.

„Für die Mieter:innen ist es erst einmal egal, ob der anonyme Konzern, der ihre Aufzüge nicht repariert, den Schimmel nicht entfernt, aber die Miete erhöht, jetzt Vonovia oder Deutsche Wohnen heißt“, so Jonas Becker, Sprecher der Kampagne.

Langfristig aber befürchtet die Initiative durch die Konzentration hunderttausender Wohnungen in einem Konzern negative Folgen, insbesondere für den Berliner Wohnungsmarkt. Eine Übernahme verursacht Kosten, die dann durch weitere Mietsteigerungen zusätzlich eingenommen werden müssen. Dabei habe gerade der zweite wegen Spekulation gescheiterte Übernahmeversuch 2021 gezeigt, wo das Problem liege: Denn viele Aktionär:innen der Deutsche Wohnen verkauften zunächst nicht wie vereinbart ihre Anteile an die Vonovia, da sie auch in dieser Transaktion darauf spekulierten, doch noch höhere Angebote zu bekommen. Diese Risikostrategie hat sich nun als erfolgreich erwiesen.

„Der Euro pro Aktie, um den die Vonovia ihr Kaufangebot nun erhöht hat, wird direkt aus Mietsteigerungen finanziert werden müssen“, so Becker.

Dagegen fielen die temporären Zugeständnisse des „Sozialpakts“ beider Konzerne an die Stadt Berlin minimal aus und würden kaum etwas an der angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt verändern. Auch der neue Übernahmeversuch verdeutliche deshalb, wie problematisch der Handel mit Wohnraum an der Börse sei, so die Initiative.

„Unsere Wohnungen sind der Mittelpunkt unseres Lebens und sollten nicht Spielball irgendwelcher Hedgefonds sein. Die Enteignung und Vergesellschaftung der großen Immobilienkonzerne ist deshalb der einzig sichere Weg langfristig und bezahlbar unseren Wohnraum zu sichern“, sagt Marie Kasper, Mieterin bei DW und in der Initiative aktiv.

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