+++ Fahrradsternfahrt am 1. Mai: Heraus in den Problemkiez Grunewald! +++ Reiche vor Entscheidung: „Umverteilung oder Barbarei“ +++

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Berlin, 21.04.2022.
Für den 1. Mai 2022 ruft das Quartiersmanagement Grunewald zu einem Fahrradkorso in den Gunewald auf. Dieser vereint drei Zubringer zur Kundgebung vor dem Roten Rathaus, trifft auf ein Bürger:innenfest auf dem Johannaplatz in Grunewald und führt über die A100 zur Revolutionären 1. Mai-Demo in Neukölln. „Ob Klimakatastrophe, Mietenwahnsinn oder Krieg – es sind einige wenige, die davon profitieren. In Zeiten der existenziellen Krisen müssen selbst die Profiteure erkennen: Wir stehen am Scheideweg – Umverteilung oder Barbarei!“, sagt Frauke Geldher, autonome Sozialarbeiterin des Quartiersmanagement.

Aufruf zur freiwilligen Selbstenteignung

Mit seinem aufsuchenden sozialarbeiterischen Ansatz wird das Quartiersmanagement Grunewald auch an diesem 1. Mai dem Millionärsklientel im Grunewald Wege aus der Sackgasse des Reichtums aufzeigen. „Unsere kontinuierliche Arbeit im Problemkiez zeigt: Viele Bewohner:innen fühlen sich unwohl in ihrer Rolle als Krisenprofiteure. Sie sehen sich an den Rand der Stadtgesellschaft gedrängt. Hier leisten wir Hilfe zur Selbsthilfe und zeigen Wege auf, sich selbst aus der Reichtumsfalle zu befreien“, so Geldher. „Wesentliches Instrument ist dabei die Anregung zur freiwilligen Selbstenteignung von Krisenprofiten, dem wichtigsten Mechanismus, um robustere Formen der Umverteilung zu vermeiden“, erläutert Geldher.

Auch Grunewalder:innen für die Enteignung großer Wohnungsunternehmen

Dass auch gesetzmäßige Enteignung in Berlin notwendig und erwünscht ist, zeigt die akute Mietenkrise in der Stadt. Mehr als eine Million Berliner:innen haben für den Volksentscheid „Deutsche Wohnen und Co. enteignen“ gestimmt. Selbst im Grunewalder Kiez der Superreichen stimmten 23 Prozent dafür, große, profitorientierte Wohnungsunternehmen zu enteignen, damit Mieten wieder bezahlbar werden. „Enteignung ist nur genau so radikal wie unser Grundgesetz – also radikal demokratisch. Das unermessliche Profitstreben einzelner Konzerne spaltet unsere Gesellschaft, führt zu Verdrängung und Verarmung. Es wäre gefährlich und verantwortungslos, dem nichts entgegenzusetzen. Die Berliner:innen haben der Regierung einen klaren Auftrag zum Enteignen gegeben. Den muss der Senat jetzt zügig umsetzen“, so Gisèle Beckouche, Sprecherin der Initiative „Deutsche Wohnen und Co. enteignen. Dementsprechend ruft auch das Enteignungsbündnis zur diesjährigen sozialräumlichen Intervention im Grunewald auf.

Krisen und Kriege: Motor der Wohlstandsverwahrlosung

Die Klimakrise verschärft sich weiter, die Mietpreise gehen unvermindert durch die Decke, die Löhne in der Care-Arbeit sind noch immer im Keller. Währenddessen werden Unsummen in die Rüstungsindustrie gepumpt. Die Profiteure: Waffenschmieden und ihre Aktionär:innen. „Wir können nur erahnen, wie hoch jener Anteil der Sonderbudgets für die Rüstung ist, der über die Ausschüttung von Dividenden letztlich im Grunewald landet. Auch auf diese Weise tragen die aktuellen Krisen und Kriege zu einer noch ungerechteren und undemokratischen Verteilung von Wohlstand bei“, kommentiert Geldher. „Die einzig probate Lösung lautet: Radikale Umverteilung von Wohlstand und solidarische Modelle des Wirtschaftens – JETZT!“

Umverteilung auf die Kette kriegen

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen und gleichermaßen die hilfsbereite Hand auszustrecken, lädt das Quartiersmanagement zur Sternfahrt in den Grunewald. Von Gesundbrunnen, Neukölln und dem Ostkreuz werden sich drei Zubringer vor dem Roten Rathaus zur Zwischenkundgebung treffen. Von dort geht’s weiter über den luxuriösen Ku’damm direkt ins Herz des Villenviertels und der Grunewalder:innen. Hier trifft der Fahrradkorso auf das ebenfalls vom Quartiersmanagement veranstaltete Bürger:innenfest. Dies wird unter dem Motto „Bauen, Bauen, Bauen – Zukunftsbaustelle Grunewald“ ab 12:00 auf dem Johannaplatz stattfinden. „Mit dem Format des bürgernahen und familienfreundlichen Fests zeigen wir der Bevölkerung auf niedrigschwellige und unmissverständliche Weise: Sowohl die lokale Nachverdichtung mit sozialem Wohnungsbau als auch der gesellschaftliche Umbau des Villenviertels ist unausweichlich“, so Geldher. Anschließend führt der Fahrrakorso über den klimapolitischen Irrweg A100 direkt zum Startpunkt der revolutionären 1. Mai-Demo in Neukölln.

Zeiten & Orte:

Fahrrad-Finger Neukölln:
Zickenplatz | Kundgebung 10:00 | Abfahrt 11:00
Fahrrad-Finger Ostkreuz:
Zukunft am Ostkreuz | Kundgebung 10:00 | Abfahrt 11:00
Fahrrad-Finger Mitte:
Bahnhof Gesundbrunnen | Kundgebung 10:00 | Abfahrt 11:00
Kundgebung Rotes Rathaus: Kundgebung 12:00 | Abfahrt 13:30
Bürger:innenfest Grunewald: 12:00-15:30 Johannaplatz
Zusammentreffen Fahrradkorso/Bürger:innenfest auf dem Johannaplatz: ca. 15:00

Für O-Töne und Fotos stehen Ihnen die autonomen Sozialarbeiter:innen des Quartiersmanagement gerne zur Verfügung. Besonders geeignet hierfür sind die Zwischenkundgebung am Roten Rathaus und die Kulisse des Bürger:innenfests auf dem Johannaplatz.

Kontakt:
Frauke Geldher | QM Grunewald
kontakt@mygruni.de

Route, Infos & Updates:
myGruni.de
telegram: t.me/qmgrunewald
twitter: @QMGrunewald